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VON ROLL HAUS ALTDORF
Art des Vorhabens
Umbau und Totalsanierung
Termine:
2011 - 2012
Nutzung/Funktion:
Bürogebäude
Mitarbeit:
Max Germann, Carmen Sierra
Beschreibung

Das Von Roll Haus stammt aus dem 16. Jahrhundert. Nach dem grossen Dorfbrand von 1799 und verschiedenen Eingriffen während dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert wurde es 1953 zu einem zeitgenössischen Bankgebäude umgebaut. Dabei hat man von der ursprünglichen Substanz nicht viel mehr als die Aussenwände, zwei innere Tragwände und das Dach übriggelassen. Bei der nun anstehenden Totalrenovation mit gleichzeitiger Umnutzung konnten wir also nicht auf einen Originalbefund aus irgend einer klaren Entstehungszeit zurückgreifen, sondern waren vielmehr mit verschiedenen Befunden aus verschiedenen Epochen konfrontiert. Nachdem der letzte Umbau sehr starke und auch irreversible Spuren hinterlassen hatte, beriefen wir uns grösstenteils auf diese Fassung aus den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts und nahmen insbesondere die Eingangshalle, die Schalterhalle, einige wenige Raumzellen und das Treppenhaus als Referenz. Wir beriefen uns also nicht auf einen kaum mehr nachweisbaren Originalzustand, sondern auf eine Substanz aus jüngerer Zeit, die durchaus auch ihre Qualitäten aufweist und in ihrem Bestand bei derartigen Aufgaben wohl weit gefährdeter ist, als jene aus der Anfangszeit des Bauwerks.

Nachdem das Gebäude zum reinen Bürohaus umzuwandeln und der Spielraum mangels Originalsubstanz in den Einzelbüros relativ begrenzt war, fokussierten wir die gestalterische Aufladung auf die Allgemeinräume und die Erschliessungsräume, die ja auch weitgehend mit den zu erhaltenden Bereichen aus den 50er Jahren identisch waren. Die vielen Schreinerarbeiten aus Nussbaumholz wurden aufgefrischt und durch neue Elemente, ebenfalls aus Nussbaumholz in zeitgemässer Fassung ergänzt. Die Natursteinarbeiten aus Gotthard-Serpentin und Onsernone-Gneis konnten weitgehend erhalten werden. Dort, wo neue Situationen zu schaffen waren, insbesondere beim Aufgang zum Dachgeschoss wurden andere, aber zugleich neutrale Materialien wie Eisen und Glas verwendet. Aus diesem Materialkonzept entstand, zusammen mit einer durchgehenden Lichtgestaltung von LIGHT-ON eine Raumkontinuum, das die Identität des Hauses in seinem Kern und in seiner Struktur stützt und ihm zugleich neue Impulse verleiht.