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INTERNATIONAL SCHOOL OF ZUG AND LUCERNE
Art des Vorhabens
Neubau
Termine:
2012 (zur Zeit in Planung)
Nutzung/Funktion:
Schulcampus
Mitarbeit:
Bruno Achermann, Nicole Merz
Beschreibung

Projektwettbewerb auf Einladung


In Zug befinden sich die Firmensitze zahlreicher international tätiger Firmen mit Beschäftigten aus der ganzen Welt. Die International School of Zug and Lucerne mit Standort in Baar ist eine englischsprachige Tagesschule, die einem internationalen Schulsystem angeschlossen ist, das sich zum Ziel gesetzt hat, Kindern von Eltern, die öfters ihren Arbeitsort zwischen mehreren Ländern wechseln müssen, ein weltweit gleichartig aufgebautes Schulsystem anzubieten, das nicht nur den Anschluss in der Bildung garantiert, sondern oftmals auch die einzige verlässliche Konstante im modernen Nomadenleben darstellt. Umso wichtiger ist es, dass diese Schulen neben moderner Infrastruktur auch eine eigene Identität besitzen, die den Kindern zum Referenzpunkt wird. Mit dem Projekt in Baar soll dieser Zielsetzung nachgelebt werden.

 

Die Schule in Baar erfreut sich grosser Beliebtheit und ist in den letzten Jahren rasant gewachsen. Die bestehende Anlage, aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, kann den gesteigerten Ansprüchen einer Schule mit 1200 Kindern aber nicht mehr genügen. Sie soll etappenweise ersetzt und zu einer neuen Gesamtkonzeption geführt werden. Mehrere Schulhäuser, zahlreiche Kindergärten, eine Aula, eine Mensa, eine Dreifachturnhalle und entsprechende Aussenanlagen formen einen Campus, der mit den speziellen örtlichen Gegebenheiten in engem Kontakt steht. Der reizvolle Ort auf einer Waldlichtung geht auf die Zisterzienser zurück. Strenge, Geschlossenheit und Orthogonalität sind Merkmale zisterziensischer Bauten. Im Bebauungsplan wird eine Lösung angestrebt, die diesem Prinzip nachlebt. Ergänzend zum streng orthogonalen System der erhaltenswerten historischen Bauten wird ein zweites, ebenfalls orthogonales, aber leicht abgedrehtes System von neuen Baukörpern aufgezogen, das die teilweise problematisch ausgerichteten Schulhäuser aus der Mitte des letzten Jahrhunderts nach und nach ersetzt.

 

Mit diesem Ausbau zum Campus ensteht eine Folge unterschiedlicher Aussenräume, die neue Bezüge zur umgebenden Landschaft erzeugen und eine starke ökologische Aufwertung des Ortes zulassen. So soll der eingedolte Aspentöbelibach wieder geöffnet und in natürlichem Lauf entlang der neuen Turmhalle zum Talgrund geführt werden. Das hohe Verkehrsaufkommen, nicht zuletzt durch den Bring- und Holverkehr der Schule selber erzeugt, verlangt nach einer weiträumigeren Korrektur. So wurde nach intensivem Variantenstudium die Lösung mit einer neuen Erschliessungsstrasse ab der Sihlbruggstrasse gewählt. Im Gegenzug wird die alte Erschliessungsstrasse zurückgebaut und dient künftig nur noch dem Langsamverkehr. Für die zahlreichen Schulbusse und den privaten Zubringerverkehr wird an zentral gelegener Stelle ausserhalb des eigentlichen Schulgeländes eine spezielle drop-off-Zone erstellt. Sämtliche Autoabstellplätze werden in einer zweigeschossigen Garage unter der Turnhalle untergebracht. Damit kann das Innere des Campus autofrei werden.

 

Die erste Planungs- und Bauetappe erfolgte in den Jahren 2008 bis 2010. Sie umfasste ein Schulgebäude und die Aula. Durch diesen Eingriff liess sich zwar die grösste Raumnot lindern, vom oben beschriebenen gesamthaften und umfassenden Raumkonzept, das eine nachhaltige und langfristige Entwicklung der Schule zulässt, ist aber noch wenig zu erkennen. Dazu sind zunächst zwei wichtige planerische Schritte notwendig. Neben einer Zonenplanänderung resp. als Grundlage zu dieser wurde ein Bebauungsplan erarbeitet, der die langfristige Entwicklung der Anlage garantiert. Beide Verfahren sind zur Zeit im Gange. Die Zonenplanänderung soll im kommenden Winter zur Abstimmung kommen, der Bebauungsplan folgt Mitte 2014.